Koffein ist die weltweit bekannteste Substanz mit einer anregenden Wirkung auf das Gehirn. In nahezu jeder Gesellschaft und Kultur wird Koffein in Form von Getränken, wie z.B. Kaffee und Tee täglich konsumiert. Die genaue Wirkungsweise auf das Gehirn und den Körper konnte aber erst vor kurzem genau untersucht werden. Was dabei herausgekommen ist und in welcher Form und Dosierung du Koffein am Besten zu dir nimmst, erfährst du in diesem Artikel.


Was ist Koffein?

Der Apotheker und Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge gilt als Entdecker des Koffeins. Auf Anregen des Dichters Johann Wolfgang von Goethe untersuchte er Kaffeebohnen mit dem Ziel, die wirksame Substanz im Kaffee zu finden. 1820 gelang es Runge erstmals, aus den Kaffeebohnen reines Koffein zu isolieren. Die Bezeichnungen Coffein bzw. Koffein und Tein rühren daher, dass man sich für den Namen Koffein entschied, als man einen Begriff benötigte, um die aufmunternden Stoffe im Kaffee benennen zu können. Daher benannte man das im Tee enthaltene Koffein dann Tein bzw. Thein. Koffein kommt in mehr als 60 Pflanzen vor und dient dazu junge Keimlinge vor Insekten zu schützen.

Heute ist Koffein als anregende Substanz bekannt, die in Genussmitteln wie Kaffee, Tee oder Energy-Drinks vorkommt. Viele können sich ihren Start in den Tag nicht ohne eine Tasse Kaffee am Morgen vorstellen. Erst durch das stimulierende Koffein werden sie wach und erhalten den Energieschub, den sie benötigen. Auch wird Koffein genutzt, um seine eigene Leistungsfähigkeit zu optimieren, wobei es wichtig ist, hier vor allem auf die richtige Dosierung zu achten. Dazu aber später noch einmal mehr.

Die Wirkung von Koffein auf das Gehirn

Koffein ist einer der effektivsten und schnellsten Muntermacher, die es gibt. Die Substanz wird über deinen Darm nahezu vollständig in das Blut aufgenommen und überwindet problemlos die Blut-Hirn-Schranke. Dort im Gehirn angelangt, kann das Koffein seine wachmachende Wirkung entfalten. Wie das zusammenhängt?

Die Wirkung der Substanz Koffein beruht auf mehreren Mechanismen, die in deinem Körper ablaufen. Wie eine Studie des Department of Biological Research in Biberach jetzt zeigte, löst Koffein die Ausschüttung von mehreren Botenstoffen aus.¹ Dazu zählen beispielsweise Noradrenalin, Adrenalin und Dopamin, die eine schmerzhemmende und anregende Wirkung in deinem Gehirn haben.

Durch die Anregung des Nervensystems wird auch der Blutdruck und Stoffwechsel erhöht, wodurch deine Körpertemperatur ansteigt. Auch die Blutgefäße in deinem Gehirn verengen sich und die in deinen Eingeweiden weiten sich leicht. All diese Reaktionen laufen durch das Koffein in deinem Körper ab und sorgen zusammen dafür, dass du einfach konzentrierter bist, dein Müdigkeitsgefühl absinkt und sich ein Wärmegefühl ausbreitet.

Koffein blockiert die Adenosinrezeptoren

Schaut man sich die Wirkung von Koffein auf das Gehirn noch etwas genauer an, dreht sich alles um einen Rezeptor im Gehirn, nämlich dem Adenosinrezeptor. Adenosin ist ein Abbauprodukt der Energiewährung ATP (Adenosintriphosphat), d.h. es handelt sich um einen körpereigener Botenstoff, der entsteht, sobald Nervenzellen im Gehirn arbeiten und Energie verbrauchen. So wird dem Körper schließlich nach und nach signalisiert, dass er erschöpft ist und ein Schlafbedürfnis wird ausgelöst. Je mehr Energie dein Gehirn benötigt und damit verbrennt, desto mehr steigt die Konzentration an Adenosin in deinem Gehirn an und desto müder wirst du. Das klingt ja zunächst einmal logisch.

Und hier kommt das Koffein ins Spiel. Eine Studie des Department of Physiology and Pharmacology der University of Stockholm konnte den Zusammenhang zwischen Koffein und den Adenosinrezeptoren klären.² Koffein ist dem Adenosin im Aufbau sehr ähnlich und es setzt sich in deinem Gehirn an die Adenosinrezeptoren und blockiert sie. Durch das Andocken an die Adenosinrezeptoren wird deine Müdigkeit verringert, obwohl die Adenosinkonzentration nach geistiger Anstrengung im Gehirn weiterhin zunimmt. Gleichzeitig ermöglicht dieser Prozess den aufputschenden Botenstoffen Dopamin und Glutamin ihre Wirkung intensiver zu entfalten, da der „Gegenspieler“ Adenosin fehlt. Koffein wirkt also nicht direkt aufputschend, es verhindert nur, dass wir uns erschöpft fühlen.

Wichtig ist es also zu beachten, dass das Energielevel nicht erhöht wird, sondern nur dafür sorgt, dass du dich nicht so müde fühlst. Es erzeugt also ein Gefühl von Wachheit und Fitness. Dass das aber nicht nur bloße Einbildung zahlreicher Koffeinliebhaber ist, zeigen die Ergebnisse aus der Wissenschaft. Mit Hilfe einer Elektroenzephalografie (EEG) ­konnte beobachtet werden, dass sich die Gehirnströme durch Koffein tatsächlich verändern.

Koffein führt auch dazu, dass Adrenalin ausgeschüttet wird. Die Menge an Stresshormonen, die ausgeschüttet werden, hängt aber stark davon ab, wie schnell Koffein in den Blutkreislauf gelangt. Die Aufnahme kann durch die Bindung an pflanzliche Gerbstoffe, sogenannte Tannine, entscheidend verlangsamt werden. Denn die Tannine haben eine eiweißhärtende Wirkung im Magen, die die Aufnahme von wasserlöslichen Substanzen im Magen hemmt und von der Salzsäure im Magen nicht gelöst werden kann. Somit wird das an Tannine gebundene Koffein erst nach und nach im Darm absorbiert und wirkt kaum auf die Nebennierenrinde, wodurch wesentlich weniger Adrenalin und kaum Noradrenalin ausgeschüttet wird.

Koffein

Koffein erhöht deine mentale Performance

In mäßiger Dosierung regt Koffein auch Muskel- und Herztätigkeit sowie Atmung und Stoffwechsel an. Dabei steigen der Blutdruck und die Körpertemperatur an. Durch die Wirkung der Botenstoffe und Stresshormone ist die Aufmerksamkeit und Konzentration erhöht. Eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigte, dass Koffein eine positive Wirkung auf die Fähigkeit hat, simple und komplexe kognitive Aufgaben zu lösen.³ Weiterhin zeige eine andere wissenschaftliche Studie, dass selbst unter extremen Bedinungen, welchen die Spezialeinheit der Navy-Seals täglich ausgesetzt sind, eine Dosis von 200mg Koffein die Wachsamkeit, Reaktionszeit und Alarmbereitschaft erhöhen kann, ohne die motorischen Fähigkeiten merklich zu beeinträchtigen.⁴

Die Wirkung auf das Langzeitgedächtnis konnte im Jahr 2014 festgestellt werden. Bei einer Studie der Johns Hopkins University wurden Probanden Bilder gezeigt. Ein Teil der Gruppe bekam danach ein Placebo, der andere Teil eine Dosis von 200 mg Koffein- dies entspricht in etwa zwei Tassen Kaffee oder drei Tassen Espresso. Am folgenden Tag wurden den Versuchsteilnehmern erneut Bilder gezeigt. Diese waren entweder mit den Bildern vom Vortag identisch, glichen ihnen oder waren vollkommen anders. Und tatsächlich erkannten die Probanden, die das Koffein verabreicht bekommen hatten, am häufigsten gleiche oder ähnliche Bilder wieder.⁵

Drei natürliche Quellen von Koffein

1. Kaffee, der meist genutzte Wachmacher

Das nach der Ursprungsregion „Kaffa“ benannte Heißgetränk Kaffee ist das populärste koffeinhaltige Getränk in der westlichen Welt. Die Kaffeebohnen werden aus Steinfrüchten gewonnen. Die beiden wichtigsten Arten der Kaffeepflanze sind Coffea arabica (Arabica-Kaffee) und Coffea canephora (Robusta-Kaffee). Früher galt Kaffee als ungesund. Doch immer mehr Studien attestieren Kaffee und den enthaltenen Aminosäuren und Antioxidantien eine gesunde Wirkung. Durch die Bindung mit Kalium ist das Koffein im Kaffee das am schnellsten verfügbare Koffein. Diese Bindung löst sich bereits durch die im Magen befindliche Salzsäure und führt dazu, dass das Koffein dort bereits fast komplett absorbiert wird und direkt in die Blutbahn gelangt. Dort findet es schnell seinen Weg ins Gehirn und bewirkt eine Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und weiterer Stresshormone. Da fast das gesamte Koffein gleichzeitig im Gehirn ankommt und abgebaut wird, hält die blockierende Wirkung auf die Adenosinrezeptoren jedoch nicht besonders lange an. Von etwa drei bis vier Stunden ist die Rede.

Ein neues Trendgetränk ist aktuell der Bulletproof Coffee oder auch Butterkaffee genannt, der nicht nur Biohackern den optimalen Start in den Tag ermöglicht. Das Rezept von Bulletproof Coffee klingt nicht für jeden auf den ersten Blick appetitlich, doch es hat sich im Laufe der letzten Jahre sowohl geschmacklich als auch von seiner Wirkung bewährt und immer weiter verbreitet. Hierbei handelt es sich um eine Mixtur aus Kaffee, Butter und MCT-Öl, am besten aus 100% Caprylsäure. Das Geheimnis dieses Kaffees steckt hauptsächlich im Fett. Der Körper wandelt das Fett in sogenannte Ketonkörper um. Ketone sind Energieträger, die die Blut-Hirn-Schranke problemlos passieren können, um deinem Gehirn sofortige und stabile Energie zu liefern. Dieser besondere Kaffee macht also nicht nur wach, sondern versorgt dich mit maximaler Energie, ohne in ein Leistungstief zu rutschen!

Einen großen Vorteil hat Kaffee jedoch gegenüber den mit Koffein angereicherten Energy-Drinks, welche durch ihren extrem hohen Zuckergehalt ein eher schlechtes leistungssteigerndes Profil aufweisen. Dem künstlichen Hoch folgt ein rasanter Abstieg.

Guarana

2. Guarana: Langanhaltende Energie

Guarana gilt als traditionelle Quelle natürlicher Stimulanzien. Schon die Inka schätzten die roten Früchte, die für ihren hohen Gehalt an natürlichem Koffein bekannt sind. Die kleinen glänzend-braunen Kerne, die sich in roten Fruchtkapseln befinden, gelten als die stärkste natürlich vorkommende Koffeinquelle und enthalten ca. dreimal so viel Koffein wie eine Kaffeebohne. Da das Guarana-Koffein die gleiche chemische Zusammensetzung wie das in Kaffee, Tee oder Mate hat, unterscheidet sich die körperliche Wirkung auch nicht. Jedoch enthält Guarana zusätzlich Ballaststoffe und das Koffein ist an pflanzliche Gerbstoffe, sogenannte Tannine, gebunden. Dadurch wird das enthaltene Koffein erst im Verlauf von mehreren Stunden freigesetzt und gleichmäßig vom Körper aufgenommen. Somit führt der Konsum von Guarana zu einem langanhaltenden und effektiven Gefühl von Wachheit - hier kann man mit einem wachmachenden Effekt von bis zu sechs Stunden rechnen. Da Guarana frei von Reizstoffen ist, ist es auch besonders geeignet für Personen, die Kaffee oder Tee nicht vertragen.

Optimale Koffeinquellen wie zum Beispiel BRAINEFFECT RAPID nutzen daher das Koffein aus Guarana für eine langfristige und nachhaltige Wirkung.

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3. Grüner Tee: Der gesunde Allrounder

Wie bei Guarana ist Tein identisch mit dem Koffein des Kaffees. In Asien setzt man seit Jahrtausenden auf den belebenden Effekt des Grünen Tees. Vergleichbar mit der Wirkung der Guarana-Früchte zeichnet sich das im Grünen Tee enthaltene Coffein durch seine Langzeitwirkung aus. Im grünen Tee ist es in besonderer Form gebunden und in starker Wechselwirkung mit verschiedenen Stoffen und speziell L-Theanin, einer Aminosäure, die in den Blättern von Grünem Tee enthalten ist. Speziell durch L-Theanin können einige der schädlichen Effekte von Koffein sogar aufgehoben werden. So hat das Koffein im Grünen Tee neben der anregenden Wirkung auch positive Effekte auf die Gesundheit. Anders als andere Teesorten wird Grüner Tee nicht fermentiert, um die enthaltenen Tannine zu erhalten. Diese pflanzlichen Gerbstoffe sorgen nicht nur für den herben Geschmack, sondern auch dafür, dass das enthaltene Koffein nach und nach an den Körper abgegeben wird. Dadurch wird die Wirkung des im Tee enthaltenen Tein als milder und langanhaltender wahrgenommen.

Dass Tee nach einer gewissen Zeit eine beruhigende Wirkung hat, ist streng genommen nicht korrekt. Die Erklärung hierfür liegt in der unterschiedlichen Löslichkeit von Koffein und Tanninen. Das Koffein im Grünen Tee wird sehr schnell durch heißes Wasser aus den Blättern gelöst, die Gerbstoffe lösen sich erst nach etwas mehr Zeit. Lässt man den Tee also länger ziehen, bleibt die Koffeinmenge gleich, jedoch erhöht sich die Menge an Gerbstoffen, die dafür sorgen, dass das Koffein langsamer aufgenommen und dadurch milder wirkend wahrgenommen wird.

Koffein Tabletten

Koffein wird am häufigsten als Getränk konsumiert, in Form von Kaffee oder Tee. Der aktuelle Trend tendiert aber in eine andere Richtung, nämlich zum Koffein in der Kapsel bzw. zu Koffeintabletten. Dafür spricht, dass diese Art in der Kapsel eine extrem hohe Bioverfügbarkeit besitzt. Das heißt es wird gut vom Körper aufgenommen und gelangt schnell an seinen Bestimmungsort, in diesem Fall zum Gehirn, um dort seine Wirkungskraft zu entfalten.

Die Kapseln sind für jeden gut geeignet, der seine Aufmerksamkeit erhöhen will, bzw. seine Ausdauer während der Trainingseinheiten verbessern will. Besonders für den sportlichen Bereich sind die Kapseln extrem praktisch, denn sie enthalten keinen Zucker und sind optimal dosierbar für die Trainingseinheit. So muss vor dem Sport kein heißer Kaffee getrunken werden. Auch kann durch einen Kaffee nicht mal ein annäherndes Ergebnis, wie durch eine Kapsel erzielt werden, da diese eine deutlich höhere Dosis Koffein besitzen.

Die Kapseln enthalten häufig einen zweiten wichtigen Wirkstoff, nämlich L-Theanin. Die Aminosäure kommt als natürlicher Stoff beispielsweise in grünem Tee vor und hat eine entspannende Wirkung. In Kombination mit dem Koffein gelangst du so in den optimalen Zustand für komplexe Denkaufgaben. Ein weiterer Vorteil von L-Theanin liegt in der Steigerung von Alpha-Gehirnwellen. Diese Gehirnwellen sind vor allem dann aktiv, wenn du dich im Arbeitsflow befindest. So kannst du entspannt und konzentriert zugleich deine Ziele verfolgen.

Koffein

Koffein als leiststungsteigernde Substanz

1. Für Büroathleten

Bürothleten nutzen Koffein häufig, um die eigene Produktivität zu steigern und konzentrierter arbeiten zu können ohne Anzeichen von Müdigkeit. Koffein als mentales Aufputschmittel ist wohl die klassischste aller Anwendungsformen. Durch die schwindende Müdigkeit kannst du dich wieder besser konzentrieren und bist aufmerksamer. Dieses Effekt ist wahrscheinlich jedem bekannt, der schon einmal Koffein zu sich genommen hat. Deine mentale Leistungsfähigkeit nimmt zu.

Eine Studie des Department of Psychological and Brain Sciences der Johns Hopkins University in Baltimore hat sich mit dem Zusammenhang von Koffein und der Gedächtnisleistung befasst.⁶ Die Studie zeigte, dass die Substanz einen positiven Effekt auf die Gedächtnisbildung haben kann. Und das funktioniert durch die Stimulation des Zentralen Nervensystems, dem Informationssystem in deinem Körper. Koffein wirkt dabei auf die sensorischen Bereiche in der Hirnrinde und verbessert so deine Lernfähigkeit und dein Konzentrationsvermögen. Damit kann der Substanz, neben ihrem kurzzeitigen aufputschenden Effekt, auch eine positive Langzeitwirkung nachgewiesen werden.

2. Für Sportler

Auch viele Sportler nutzen Koffein, um ihre Bestmarken noch zu überbieten und ihre Leistung zu steigern. Die anregende Wirkung von Koffein ist nämlich nicht nur aus mentaler Sicht interessant. Auch für Sportler kann der Stoff eine positive Kraft besitzen, die diese zu einem besseren Trainingserfolg nutzen können. Eine Studie des Human Biology and Nutritional Sciences der University of Guelph hat sich genauer mit dem Verhältnis von sportlicher Leistung und Koffein beschäftigt.⁷

Die Studie wurde bei verschiedensten Athleten durchgeführt und zeigte, dass sich die Athleten wacher fühlten und so die Leistungsfähigkeit verbessert werden konnte. Das wiederum sorgte dafür, dass sich ihre Ausdauer bzw. Kraft bis zu 2 Stunden nach dem Kaffeekonsum erhöhte. Da die Ermüdungserscheinungen gemildert werden, können Athleten einfach länger trainieren. Entgegen der gängigen Annahme gibt es keine negativen Effekte auf die Trainingsleistung, wie die Studie der University of Guelph bewies. Sie zeigte, dass der Koffeinkonsum vor dem Sport keine negativen Auswirkungen, wie z.B. Dehydrierung oder ein Ungleichgewicht des Ionenhaushalts mit sich bringt. Des weiteren hat Koffein beim Sport noch mehr Vorteile. Die Substanz erweitert nämlich die Herzkranzgefäße, die dafür verantwortlich sind deinen Herzmuskel mit Blut zu versorgen. Je mehr dein Herzmuskel durchblutet ist, desto kräftiger und schneller schlägt dein Herz und dein Blutdruck steigt an. Da schrillen bei vielen die Alarmglocken, doch bei Sportlern ist ein höherer Blutdruck von Vorteil, denn die Muskeln werden besser mit Sauerstoff versorgt und das macht diese leistungsfähiger.

Die Wirkungsdauer von Koffein

Grundsätzlich hängt die Wirkungsintensität und -dauer des Koffeins von der eingenommenen Menge und der Regelmäßigkeit des Konsums ab. In einer Tasse Kaffee stecken im Durchschnitt 80-150 mg Koffein, was die beschriebene Wirkung auf Wachheit und Konzentrationsfähigkeit hat. Von dem Moment des Konsums bis zum Einsetzen der Wirkung dauert es ca. 20 Minuten. Diese hält bis zu 6 Stunden an. Danach ist die gesamte Substanz komplett vom Körper abgebaut.

Um aber die für den Leistungssport beschriebenen Wirkungen zu erzielen, muss die Dosis jedoch deutlich höher sein. Hier orientiert man sich an 200-400 mg Koffein. Und jetzt wird es noch ein bisschen komplizierter, denn bei Koffein kann ein Gewöhnungseffekt eintreten. Das heißt, dass die Wirkung abnimmt, je mehr du von dem Stoff zu dir nimmst. Ein hoher und regelmäßiger Konsum der Substanz führt zu einem Rückkopplungsprozess im Nervengewebe und im Gehirn und sorgt so für eine Gewöhnung an das Koffein. Dieser Gewöhnungseffekt lässt sich aber relativ leicht wieder minimieren, nämlich nach nur 7 Tagen verzicht.

Koffein

Ist Koffein eine Droge?

Immer noch hält sich der Aberglaube, dass Koffein ein Suchtmittel ist und abhängig macht. Häufig wird dies aufgrund des beschriebenen Gewöhnungseffekts vermutet. Dieser Fragestellung hat sich die University of Strasbourg in einer Studie angenommen.⁸ Die Studie konnte belegen, dass Koffein ein sehr geringes Abhängigkeitspotenzial besitzt und dieses Potenzial besteht auch nur, wenn täglich eine überdurchschnittlich hohe Dosis an Koffein eingenommen wird.

Als Beispiel gelten hier mindestens 8 Tassen starker Kaffee am Tag. In diesem Fall kann die Entwöhnung nicht ganz unkompliziert sein, denn diese sorgt für körperliche Symptome wie Müdigkeit, Benommenheit und Kopfschmerzen. Diese Symptome treten aber nur bei der beschriebenen Überdosis an Koffein auf.

Der Grund, warum es bei einer normalen Dosis nicht zu einer Abhängigkeit kommen kann, liegt in der Ausschüttung von den Glücksstoffen Dopamin und Adrenalin. Bei anderen Sucht erzeugenden Substanzen werden nämlich gerade diese Stoffe verstärkt ausgeschüttet. Diese Substanzen erzeugen einen Belohnungseffekt bei dir, der vom Gehirn abgespeichert wird und so oft wie möglich wiederholt werden will. So gerät man in das ständige Verlangen nach dieser Substanz. Da Koffein aber nur in sehr geringen Mengen für eine Ausschüttung von Dopamin und Adrenalin sorgt, tritt der Belohnungseffekt nicht ein. Trotzdem empfinden viele den täglichen Griff zum Koffein als eine Notwendigkeit.

Häufig liegt dies aber an den damit verknüpften Ritualen. Der damit verbundene Entspannungsmoment macht vielleicht süchtig, aber nicht die Substanz an sich. Du willst wissen, wie du auf den Verzicht von Kaffee reagierst? Fordere dich doch einfach mal selber heraus und lass den Kaffee für 7 Tage weg. Danach wirst du das natürliche Aufputschmittel wieder ganz anders wahrnehmen!

Nebenwirkungen von Koffein

Bei zu hoher Dosierung von Koffein - in der Regal ab 200-500 mg - kann es zu Nebenwirkungen wie Zittern, Herzrasen, Nervosität, Durchfall und/oder Schweißausbrüchen kommen. Da Koffein einen Gewöhnungseffekt hat, können diese Nebenwirkungen von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt sein oder auch gar nicht auftreten. Die Wirkung hängt hier von anderen Faktoren, wie z.B. Gesundheit, Ernährung und ausreichend Schlaf ab. Darüber hinaus werden Hunger- und Durstgefühle gedämpft, was die Gefahr einer Dehydratation speziell bei Sportlern erhöht.

Die optimale Dosierung von Koffein

Wer sich die Nebenwirkungen von Koffein anschaut, merkt schnell: Die Wirkung von Koffein steht und fällt mit der richtigen Dosierung. Um wach, konzentriert und produktiv zu sein, solltest du stets darauf achten, Koffein in der optimalen Menge und Dosis zu dir zu nehmen. Dabei kannst du dir die unterschiedlichen Vorteile verschiedener Koffeinquellen zu Nutze machen oder aber mit Koffeintabletten dein Koffeinlevel ganz einfach selbst bestimmen. So kannst du besser einschätzen, wieviel Koffein für dich persönlich bekömmlich ist und wieviel du benötigst, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Dieser ist natürlich auch abhängig von deinen Zielen. Grundsätzlich gilt für einen Erwachsenen, dass eine Menge von 200 mg Koffein pro Tag sehr gut verträglich sind. Natürlich sollte aber darauf geachtet werden, höhere Dosen ab 100 Milligramm vor dem Schlafengehen zu konsumieren, Schlafproblemen vorzubeugen.

Studien
1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8737637
2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7746802
3. Einother, S. J., & Giesbrecht, T. (2013). Caffeine as an attention enhancer: reviewing existing assumptions. Psychopharmacology (Berl), 225(2), 251-274. doi:10.1007/s00213-012-2917-4
4. Lieberman, H. R., Tharion, W. J., Shukitt-Hale, B., Speckman, K. L., & Tulley, R. (2002). Effects of caffeine, sleep loss, and stress on cognitive performance and mood during U.S. Navy SEAL training. Sea-Air-Land. Psychopharmacology (Berl), 164(3), 250-261. doi:10.1007/s00213-002-1217-9
5. Daniel Borota, Elizabeth Murray, Gizem Keceli, Allen Chang, Joseph M Watabe, Maria Ly, John P Toscano & Michael A Yassa (2014). Post-study caffeine administration enhances memory consolidation in humans Nature Neuroscience 17,201–203(2014); doi:10.1038/nn.3623
6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24413697
7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11583104
8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10700599