Setzt man sich intensiver mit dem Thema Powerpilze” auseinander, so fällt auf, dass das staubige Image von einst der Vergangenheit angehört. Längst kommen sie nicht mehr nur bei Naturliebhabern zum Einsatz, viele Biohacker wie Teemu Arina tüfteln mit Powerpilzen und nutzen sie, um ihre Wirkweise auf den Körper zu untersuchen. Ob Mushroom Coffee, Tees oder als Supplements - Powerpilze werden heute ganz unterschiedlich genutzt und zubereitet. Erfahre hier alles über das neue Functional Food und welches die fünf wichtigsten Pilze in der Biohackingszene sind.

Was ist der Unterschied zwischen Powerpilzen und Speisepilzen?

Viele fragen sich vielleicht, wo denn eigentlich der Unterschied zwischen Powerpilzen und Speisepilzen, wie Champignons liegt. Der erste Unterschied ist der, dass Speisepilze eher auf feuchtem Boden sprießen und Powerpilze vermehrt auf Bäumen bzw. in ihrer Nähe wachsen. Deshalb sehen Powerpilze auch nicht unbedingt aus wie herkömmliche Pilze und können auch nicht ohne Weiteres verzehrt werden. Powerpilze werden durch verschiedene Methoden aufbereitet, zum einen kann man sie in heißem Wasser kochen oder einem reichhaltigen Alkoholbad unterziehen, bevor sie schließlich zu Pulver verarbeitet und in Getränken oder Supplements eingenommen werden können. Powerpilze werden darüber hinaus schon seit vielen tausenden Jahren traditionell in China und Fernost eingesetzt, wo sie wegen ihrer Inhaltsstoffe sehr geschätzt werden. Powerpilze zählen zu den so genannten Adaptogenen

Take-Home-Message #1: Der Powerpilz unterscheidet sich dadurch vom Speisepilz, das er adaptogene Eigenschaften besitzt. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wird er in der Biohackingszene weltweit gehypt. 

Die Einsatzgebiete von Powerpilzen (in der Biohackingszene)

All diese Eigenschaften haben das Interesse vieler Unternehmen geweckt, die den Pilz in ihren Produkten verwenden. In den verschiedensten Industriezweigen werden Powerpilze z. B. als Treibmittel und als Fermentierungswirkstoff genutzt. Auch als Waschmittel scheinen sich Powerpilze bereits bewährt zu haben, wie Wissenschaftler des Department of Microbiology der Kakatiya University in Indien herausfanden² und sogar als umweltfreundliche Pestizide werden Powerpilze in der Landwirtschaft mittlerweile eingesetzt.
Doch nicht nur in der Industrie weiß man um die hohe Wirksamkeit der Powerpilze. Längst haben Biohacker die Powerpilze für sich entdeckt und experimentieren mit Rezepten und Formaten, wie Powerpilze am besten eingenommen werden können, so dass sie ihre volle Wirkung entfalten. Interessant ist hierbei, dass Powerpilze während ihres Wachstums schützende Fähigkeiten gegen die Umwelt ausbilden. Einer der bekanntesten Biohacker auf diesem Gebiet ist der Finne Teemu Arina, dessen Küche wohl einem Labor gleichen muss. Er kreiert bereits seit Jahren verrückte Mushroom-Rezepturen und schwört darauf. Zum Beispiel erweitert er altbewährte Bulletproof Rezepte um Mushroom Pulver aus dem Chaga Pilz. Außerdem in der Szene weit verbreitet und mittlerweile auch auf dem Markt erhältlich: Mushroom Coffee oder Hot Chocolate mit dem Powerpilz Cordyceps sinensis, als Ergänzung oder Ersatz für Bulletproof Coffee, oder verschiedene Tees, die mit dem Reishi Pilz aufgebrüht werden. Natürlich können Vitalpilze aber auch als Supplements zu sich genommen werden und ergänzen dabei ganz natürlich die tägliche Ernährung. Das Wichtige dabei ist, dass Powerpilze keine negativen Nebeneffekte haben und auch bei größerer Verzehrmenge unbedenklich sind.

Take-Home-Message #2: Powerpilze kommen nicht mehr nur in der Industrie zum Einsatz. Powerpilze sind mittlerweile DAS Functional Food der Biohacking-Szene geworden und werden hier im Kaffee, in Tees oder als Supplements eingenommen.

Cordyceps


Die fünf wichtigsten Powerpilze

1. Shiitake-Pilz (Lentinula edodes)

Der Shiitake-Pilz hat einen extrem hohen Gehalt an Vitamin C, der das Nervensystem unterstützt und verfügt über verschiedene B-Vitamine, die deine Müdigkeit verscheuchen. Wie das funktioniert? Die B-Vitamine sind essentiell für deine Nervenzellen. Bist du gut mit den Vitaminen versorgt, profitiert auch dein Gehirn, das du in fordernden Situationen dringend brauchst.

2. Der Reishi-Pilz (Ganoderma lucidum)

Der Reishi-Pilz. auch bekannt als glänzender Lackporling, steckt voller Polysaccharide und Triterpene und wird in Japan und China schon seit Jahren verehrt. Ob als Tee augbrüht oder zu Sirup verarbeitet, der Reishi-Pilz findet in der Küche zahlreiche Anwendungen. 
 
3. Cordyceps sinensis
Der chinesische Raupenpilz ist vor allem unter Athleten und Leistungssportlern sehr beliebt, die in ihm den Top-Powerlieferanten sehen. Cordyceps ist ein wahrer Kraftprotz, wobei er nicht unter Doping fällt! Mehr zum Cordyceps sinensis kannst du in diesem Artikel nachlesen.
 
4. Chaga (Inonotus obliquus)
Der Waldbewohner wird schon seit hunderten von Jahren in Finnland, aber auch Russland verwendet. Zu kleinen Stücken verarbeitet, wird er in der Regel mit Wasser überbrüht und als Tee zubereitet oder auch zu Pulver verarbeitet. In der Biohacking-Szene wird er auch hierzulande geschätzt aufgrund seiner Zusammensetzung. 
 
5. Schmetterlingssporling (Coriolus versicolor)
Der Schmetterlingssporling wird aktuell in der Forschung viel untersucht. Besonders im Winter lässt sich der Pilz gut als Tee trinken und wärmt dich in der kalten Jahreszeit. So unterstützt du deinen Körper auf natürliche Art und Weise!

Studien

1. http://ebm.sagepub.com/content/233/3/259.abstract
2. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4293863/

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