Warum Lachen und Humor uns leistungsfähiger machen

"Lachen ist die beste Medizin" - an diesem Sprichwort ist tatsächlich etwas dran, wie Forscher nun herausgefunden haben. Nicht nur, dass ein Lächeln Glückshormone ausschüttet und unsere Abwehrkräfte nachweislich stärkt, es baut sogar Stress ab und stärkt die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Aber warum ist das so und wo entsteht eigentlich Witz und Humor?

Wo entstehen Witz und Humor?

Gerade jetzt in der Faschings- oder Karnevalszeit werden wir wieder bombardiert mit mehr oder weniger witzigen Büttenreden und Gags. Wie aber reagiert unser Gehirn auf Humor? Wo im Gehirn entstehen Witze und wo werden sie wahrgenommen? Die Frage, wo ein Witz entsteht, konnten vor kurzem die Neurowissenschaftler Irvin Biederman und Ori Amir von der University of Southern California, USA, zum ersten Mal beantworten. Sie führten ein Experiment durch, das sie auf dem letzen Kongress der Society for Neuroscience in Washington D.C. vorstellten (die Ergebnisse sind noch nicht veröffentlicht). Dazu rekrutierten sie 14 professionelle Stand-up-Comedians, also Leute, die ihren Unterhalt damit verdienen, spontan und unter Druck Witze zu produzieren. Als Kontrolle dienten ganz normale Studenten ohne besonderes Talent für Humor. Die Versuchspersonen sollten Cartoons von Menschen in unterschiedlichen Situationen betrachten und einerseits eine witzige Zeile dazu verfassen andererseits als Kontrolle eine banale, langweilige Zeile. Während der Aufgaben lagen die Versuchspersonen in einem MRT, mit dem die Forscher die Aktivität der einzelnen Gehirnregionen bei den Aufgaben live beobachten konnten.


Comedians und Normalbürger ticken unterschiedlich

Interessanterweise ergaben sich Unterschiede zwischen Komikern und Laien vor allem in den Belohnungszentren des Gehirns, in denen man - neben anderem - auch die Humorwahrnehmung lokalisiert. Allgemein zeigte sich, dass die Gehirnaktivität im Belohnungszentrum umso höher war, je witziger ein Gag gefunden wurde. Während aber die Kontrollpersonen eine starke Aktivität in diesen Gehirnbereichen zeigten, war diese bei den professionellen Humoristen entweder gar nicht vorhanden oder zumindest deutlich geringer und nahm auch sehr schnell ab. Da diese Art von Gehirnaktivität auch für Depressionen charakteristisch ist, könnte das vielleicht den Stereotyp des "traurigen Clowns" erklären. Oder es liegt einfach nur daran, dass professionelle Komiker dem Humor gegenüber mehr abgestumpft sind. Im Gegensatz zu den Laien zeigten die professionellen Humoristen die stärkste Aktivität in den seitlich gelegenen Temporallappen des Gehirns, so dass die Forscher annehmen, dass hier die Witze produziert werden. Die Kontrollpersonen, die keine Witze hervorbrachten, zeigten dementsprechend in diesen Bereichen sehr wenig Aktivität.


Was macht einen Witz zum Witz?

Der Arzt zum Patienten: "Leider kann ich den Grund Ihrer Beschwerden nicht erkennen. Ich vermute, es liegt am Trinken." Darauf der Patient: "Ok, dann komme ich nächste Woche wieder, vielleicht sind Sie dann nüchtern." Der Witz vieler Witze liegt in der Erwartungsverletzung, die ganz am Schluss erzeugt wird. Diese Wendung, einer eigentlich normalen Geschichte plötzlich einen neuen, überraschenden Sinn zu geben, führt zur Aktivierung des limbischen Systems, das die Emotionen steuert, worauf man mit Lachen oder Schmunzeln reagiert. Allerdings zeigen sich diese Reaktionen natürlich nicht immer bei jedem Menschen und bei jedem Witz gleich.

Lachen


Warum Lachen die Merkfähigkeit erhöht

Laut Erkenntnissen des ÄBV Schwaben hilft Lachen dabei, sich zu entspannen, das Immunsystem zu stärken und sogar dabei das Schmerzempfinden zu senken und die Selbstheilungskräfte zu erhöhen. Durch Lachen und Lächeln werden Glückshormone ausgeschüttet, die darüber hinaus helfen, Stress abzubauen und sogar Depressionen zu heilen. Außerdem können wir durch ein einfaches Lächeln schneller und besser lernen, denn ein Lachen gibt dem Gehirn ein positives Signal, durch das wir uns Dinge deutlich besser merken können.


Was ein Lächeln sonst noch bewirkt

- Steigern der Kreativität
- Bessere Ergebnisse in der Schule und am Arbeitsplatz
- Vorbeugen eines Burn-Out
- höhere Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit des Gehirns
- wir bleiben länger wach und fit


Spielerisch und mit Humor Lernen schon von klein auf

Tatsächlich fällt uns das Lernen schon von klein auf einfacher, wenn wir es mit einem Lächeln verbinden. Sogar Babys lernen über diese Methode schneller, bzw. umgekehrt bedeutet das: Immer wenn Babys lachen, dann lernen sie auch. Das zumindest belegten nun Französische Forscher der Universität Paris Descartes, die den Lerneffekt von 53 Eineinhalbjährige Babys einmal mit und einmal ohne lustige Showeinlage testeten. Das Ergebnis war eindeutig: Alle Kinder, die lachten, haben den Test (bis auf ein Kind) bestanden, von denen die nicht lachten nur ein Fünftel und von denen ohne Einlage nur ein Viertel. Auch in der Schule ist Humor ein wichtiger Faktor, mit dem auch schwierigen Lernstoff spielerisch vermittelt werden kann.