Im Alltagsstress ignorieren wir die Warnsigale unseres Körpers nur allzu oft. Was die Körperwahrnehmung damit zu tun hat und wie du sie verbessern kannst, erfährst du hier.

 

1. Was ist Körperwahrnehmung?

Körperwahrnehmung ist das bewusste und gezielte Lenken der eigenen Aufmerksamkeit auf bestimmte Regionen des Körpers, auf den gesamten Körper oder auf das Körperinnere.

Bei der Körperwahrnehmung geht es darum, die eigenen körperlichen, emotionalen oder geistigen Zustände bewusst wahrzunehmen. Das Ziel der Körperwahrnehmung ist es, Geist und Körper in einen Zustand der Entspannung zu bringen und die Bedürfnisse und Signale des Körpers zu erkennen.

Durch Körperwahrnehmung entsteht ein Körperbewusstsein. Das Körperbewusstsein ist eine Voraussetzung für dein Selbstbewusstsein. Zur Körperwahrnehmung zählen auch die Einschätzung deines eigenen Körpers und das bewusste Wahrnehmen deines Körpers über alle Sinne.

Um den eigenen Körper wahrzunehmen sind drei sensorische Sinne besonders wichtig: die Tiefensensibilität, der Muskelsinn und der Gleichgewichtssinn [1]. Während die Tiefensensibilität für die Kontrolle der Haltung und Bewegung zuständig ist, steuert dein Muskelsinn die Bewegung der Muskeln, Gelenke und Sehnen.

Durch den Gleichgewichtssinn werden Bewegungen im Raum koordiniert. Für Kinder und Erwachsene gibt es gezielte Übungen, die Körperwahrnehmung zu fördern.

2. Warum ist Körperwahrnehmung so wichtig?

Die moderne Welt ist oft von Hektik, Komplexität, Stress und einer ständigen Informationsflut geprägt. Dies kann dazu führen, dass inmitten der ganzen Daily Tasks und To Do's des normalen Alltagsstresses der Kontakt zu dir selbst verloren geht.

Kritisch wird es dann, wenn die Signale des Körpers oder die eigene Gefühlswelt aus dem Fokus geraten. Um langfristig mental und körperlich optimal performen zu können, ist es wichtig hin und wieder die eigene Aufmerksamkeit von der Außenwelt auf deinen eigenen Körper zu lenken.

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Nur so kannst du die Bedürfnisse deines Körpers wahrnehmen und erkennen, was du gerade brauchst, z. B. Erholung, Ruhe, körperliche Bewegung, Sport oder eine Mahlzeit. Gerade bei Erwachsenen ist die Körperwahrnehmung wichtig, da im normalen, hektischen Alltagsleben, die Bedürfnisse des Körpers oft nicht richtig wahrgenommen werden.

Wenn du lernst auf deinen Körper zu hören, fällt es dir leichter deine Bedürfnisse zu erkennen und du kannst aktiv Einfluss auf dein Wohlbefinden und deine Performance nehmen. Körperwahrnehmung ist auch für Kinder wichtig, da sie großen Einfluss auf das Körperbewusstsein und somit auf das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl hat.

Kinder mit einem guten Körperbewusstsein sollen sicher in ihren Handlungen und Bewegungen sein und ein positives Selbstbewusstsein entwickeln [3]. Die Körperwahrnehmung bei Kindern kann ebenfalls durch spezielle Übungen und durch Sport gefördert werden.

3. Verschiedene Arten wie du deinen Körper wahrnehmen kannst

Es gibt verschiedene Arten der Körperwahrnehmung. Neben dem Empfinden von Wärme und Kälte, kannst du deinen Körper auch über deine Atmung wahrnehmen. Dazu richtest du deinen Fokus gezielt auf deine Atmung und beobachtest wie schnell, wie langsam oder in welchen Abständen du ein- und ausatmest.

Ist dein Atem zu schnell, kannst du diesen gezielt verlangsamen und so zur körperlichen und mentalen Entspannung beitragen. Weitere Arten der Körperwahrnehmung sind Muskelspannung oder das Wahrnehmen bzw. Beobachten der eigenen Körperhaltung.

Indem du deine Aufmerksamkeit auf einzelne Bereiche deines Körpers oder auf deine Körperhaltung richtest, kannst du Schmerzen, Verspannungen oder Defizite erkennen und diese optimieren.

Körperwahrnehmung ist auch auf mentaler Ebene möglich, zum Beispiel durch das Wahrnehmen deines Gefühlszustandes und deiner Gedanken. Emotionen und Gedanken nehmen ganz unbewusst Einfluss auf dein körperliches Wohlbefinden.

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Durch das aktive Fokussieren auf deinen Gefühlszustand und deine Gedanken, kannst du diese besser erkennen und verstehen. Du kannst im Anschluss bestimmte Übungen nutzen, um deinen mentalen Fokus zu verbessern oder um deine Emotionen ins Gleichgewicht zu bringen.

BRAINEFFECT HACK: Manchmal kann auch ein Nährstoffmangel auslöser negativer Emotionen sein, weil deinem Körper die Bausteine für verschiedene Hormone fehlen. Mood enthält wichtige Bausteine zur Bildung von Serotonin

GIB NEGATIVEN EMOTIONEN KEINE CHANCE

4. Wie du deine Körperwahrnehmung verbesserst

Du möchtest deine Körperwahrnehmung fördern? Nachfolgend zeigen wir dir, welche Übungen du nutzen kannst, um deine Körperwahrnehmung zu verbessern.

Achtsamkeitsübungen wirken Stress reduzierend und sorgen für mentale Klarheit. Gleichzeitig fördern sie auch deine Körperwahrnehmung [4]. Ein Beispiel für eine Achtsamkeitsübung ist das bewusste Wahrnehmen deiner Atmung.

Dafür setzt du dich aufrecht hin, entspannst deine Schultern, schließt die Augen und legst eine Hand auf deinen Bauch. Beim tiefen Einatmen durch die Nase, richtest du deinen Fokus darauf, wie Luft in deinen Körper strömt und wie sich dein Bauch weitet.

Beim Ausatmen konzentrierst du dich darauf, wie sich dein Bauch wieder senkt und die Luft durch deine Nase ausströmt. Diese Atemübung kannst du zehnmal wiederholen und ein- bis dreimal pro Tag anwenden.

Eine weitere Übung zur Verbesserung der Körperwahrnehmung sind Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Edmund Jacobsen.

Beim autogenen Training werden Hypnosetechniken und Selbstsuggestion genutzt, um den Körper zu entspannen. Durch das verbale oder gedankliche wiederholen bestimmter Sätze wie z. B. „Ich bin ganz ruhig“, soll der Körper dem Gesprochenen oder Gesagten folgen und entspannen.

Bei Anfängern ist es sinnvoll, die Entspannungstechniken erst in Gruppen oder in Kursen auszuprobieren, da man etwas Zeit braucht um diese zu erlernen. Neben Achtsamkeitsübungen und Entspannungstechniken können Meditationen und das Training mit dem eigenen Körpergewicht (z. B. Yoga) ebenfalls die Körperwahrnehmung verbessern.

Für Yoga und Meditation gibt es online viele, kostenlose Videos, die dich mit einfachen Übungen anleiten. Außerdem kannst du auch Meditations-Apps wie Headspace oder Calm nutzen.

5. Fazit

Auch wenn das Erreichen deiner Ziele deine höchste Priorität hat, ist es wichtig hin und wieder einen Schritt zurück zu machen, den Fokus auf dich zu lenken und zu rechargen. Entspannung und Regeneration sind für Erfolg genauso wichtig wie körperliche und mentale Performance.

Durch Körperwahrnehmung kannst du lernen, die Bedürfnisse deines Körpers auf verschiedenen Ebenen zu erkennen. Indem du auf die Signale deines Körpers hörst und ihm gibst, was er braucht, kannst du dauerhaft zu deinem Wohlbefinden beitragen.

Möchtest du mit der Körperwahrnehmung starten, gibt es viele Übungen, die du easy zuhause durchführen kannst.

6. Quellen

[1] https://www.ikk-nord.de/ratgeber-gesundheit/themenspecials/bewegung-und-entspannung/koerperwahrnehmung
[2] https://www.vibss.de/sportpraxis/praktisch-fuer-die-praxis/koerperwahrnehmung-und-entspannung/
[3] http://www.dtb-online.de/portal/gymcard/gymnastik-fitness/bewegung/kinderturnen/koerperwahrnehmung.html
[4] https://www.frisches-denken.de/stressfrei-durch-achtsamkeitsuebungen/
[5] https://www.gesundheit.de/wellness/sanfte-medizin/weitere-therapien-und-behandlungen/autogenes-training