Ein Rausch durchs Atmen? Ja, das geht: Psychedelic Breath ist eine smarte Atemtechnik, die es dir ermöglicht, in tiefere Bewusstseinsschichten einzudringen.

 

1. PSYCEDELIC BREATH - EINE DEFINITION

Der Begriff „Psychedelic Breath“ wurde hierzulande vor allem von der deutschen Psychologin Eva Kaczor bekannt gemacht. Bei der Entwicklung des psychedelischen Atmens bildete vor allem Kaczors Erfahrung als Yogalehrerin einen wichtigen Ausgangspunkt. Hier erhielt die junge Therapeutin tiefe Einblicke in die Vielfalt yogischer Atemtechniken

Ziel des Psychedelic Breaths ist das Durchdringen der oberen Bewusstseinsschichten. Ähnlich wie im Rausch fühlen wir uns regelrecht selbstlos, schwebend und von unserem Körper losgelöst

Das Resultat einer Psychedelic Breath Meditation ist oftmals eine beispiellos tiefe und umfassende Entspannung.

Häufig können sich aber auch emotionale und mentale Blockaden auflösen. Nach einer Psychedelic Breath Meditation fühlst du dich erholt und voller positiver Emotionen.

Die Grundlage des Psychedelic Breath bilden zwei sehr unterschiedliche Atemtechniken. Setzt du beide im Wechsel ein, stimulierst du damit das vegetative Nervensystem. Charakteristisch für Kaczors Ansatz ist, dass dabei im Hintergrund oftmals ein spezifisch auf die Meditation zugeschnittener Electro Track läuft. Das Musikstück gibt dir dabei unter anderem die Länge und Intensität der Atemzüge vor. 

2. WIE FUNKTIONIERT PSYCEDELIC BREATH?

Grundlage der Psychedelic Breath Technik ist das sogenannte „Box Breathing“. Dabei dauert jede Etappe einer Atemeinheit 4 Sekunden. Du atmest 4 Sekunden ein, hältst 4 Sekunden und atmest dann wieder 4 Sekunden aus. Auch nach dem Ausatmen wird nochmal 4 Sekunden gehalten. Unter Kennern ist diese Technik auch unter dem Namen „Vier-Quadrat-Atmung“ bekannt. 

Im Vordergrund steht dabei die Beruhigung des Nervensystems: Box Breathing kann immerhin sogar deinen Herzschlag und deinen Blutdruck regulieren. Das macht diese Atemtechnik perfekt, um Stress, innere Unruhe und Angst abzubauen. Gleichzeitig hilft Box Breathing auch wunderbar gegen Schlafstörungen [1]. 

Die zweite Atemtechnik, die beim Psychedelic Breath zum Einsatz kommt, ist unter dem Namen „Holotropes Atmen“ bekannt. Sie bildet dabei das genaue Gegenteil der langen und tiefen Vier-Quadrat-Atmung: Beim Holotropes Atmen nimmst du viele kurze und rasch aufeinander folgende vertiefte Atemzüge

Das Holotropes Atmen kommt also gewissermaßen dem Hyperventilieren gleich. In der Psychotherapie wird diese Atemtechnik häufig eingesetzt, um Blockaden zu lösen. Dabei entsteht ein Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts zugunsten des Basischen. Der Körper nimmt weniger Kohlendioxid auf, sodass die Durchblutung des Gehirns abschwächt wird [2]. 

3. VOR- UND NACHTEILE

Die Vorteile des Psychedelic Breathings liegen auf der Hand: Die dynamische Verbindung aus hechelnden und tiefen langen Atemzügen sorgt nicht nur für Entspannung, sondern auch für ein Gefühl des Gelöstseins und viele positive Emotionen

Insbesondere am Ende einer Session treten oft Gefühle wie tiefe Verbundenheit, reines Glück, Dankbarkeit und Liebe auf. Damit ist Psychedelic Breath eigentlich noch besser als ein Rausch, da er anstelle des Katers einen sehr positiven Nachgeschmack hinterlässt. Auch wenn du gerade auf der Suche nach deiner persönlichen Mission bist oder eine andere existenzielle Frage klären willst, kann Psychedelic Breath dich zum Ziel führen.

Obwohl es heftig klingt, Durchblutung und Herzschlag so stark zu beeinflussen, steckt dein Körper das ohne Probleme weg. Vorsicht ist lediglich geboten, wenn du schwanger bist, unter einer Herz-Kreislauferkrankung oder einer Epilepsie leidest.

Dann solltest du vor deiner ersten Psychedelic Breath Session dringend mit deinem Arzt sprechen. Auch wenn du erkältet bist, eine Lungenentzündung oder eine andere Erkrankung der Atemwege hast, solltest du von der Psychedelic Breath Meditation absehen. 

BRAINEFFECT-HACK: Ein fordernder Alltag lässt häufig zu wenig Zeit für genug Bewegung, Pausen oder ausreichend Schlaf. Auch wenn es erstmal erscheint, als würdest du damit mehr schaffen, auf lange Sicht kommst du durch eine nicht vorhandene Work-Life-Balance an die Grenzen deiner Leistungsfähigkeit.

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4. WELCHE METHODEN ZUM LEGALEN DOPING GIBT ES NOCH?

Ganz oben auf der Liste stehen vor allem das Eisbad nach Wim Hof und der Aufenthalt in einer Kältekammer im Sinne der sogenannten „Kryotherapie“. Beides setzt auf die sagenhafte Wirkung der Kälteauf unseren Körper. Bei der Wim Hof Method steht zusätzlich noch eine besondere Atemtechnik auf dem Programm, die beim Gang ins kalte Wasser beruhigt und für eine tiefe Muskelentspannung sorgt [3]. 

Eine weitere sehr effektive Methode zur Leistungssteigerung ist das Elektro-Muskel-Stimulationstraining (EMS). Insbesondere Athleten profitieren hier von der zusätzlichen Muskelkontraktion durch Stromstöße. Das führt nicht zuletzt dazu, dass mit EMS durchgeführte Übungen maximal 25 Minuten einnehmen, ohne dabei an Effektivität zu verlieren [4]. 

Ein weiterer Klassiker unter Profisportlern ist auch das mentale Training. Beim mentalen Training geht es darum, die durchgeführten Übungen vorher immer wieder zu visualisieren. Besonders effektiv ist diese Technik Studien zufolge für Sportarten, bei denen spezifische Bewegungsabläufe im Vordergrund stehen [5]. 


Eine weitere Möglichkeit, dein Nervensystem zu beruhigen und gleichzeitig zu stärken, ist Kundalini Yoga. Hier geht es um eine Kombination von yogischen Atemtechniken und die gleichzeitige Ausführung spezifischer Bewegungen

Viele Kundalini Yogis berichten dabei, dass sie - ähnlich wie beim Psychedelic Breath - auch nach Kundalini Übungen ein richtiges High erleben.

FAZIT

Psychedelic Breath ist eine sehr potente Atemtechnik. Sie kann zu tiefer Entspannung, der Lösung emotionaler Blockadenund zur Visualisierung neuer Ziele und Motivationen führen. High werden wir dabei im eigentlichen Sinne vor allem durch die veränderte Durchblutung des Gehirns. Dies ermöglicht es uns, die Grenzen des Körpers zu durchbrechen und einfach nur zu sein. Das Resultat sind nicht zuletzt auch sehr positive Emotionen wie Liebe, Zuversicht und Dankbarkeit

Neben Psychedelic Breathing gibt es jedoch auch andere Möglichkeiten, die insbesondere Sportlern und Freizeitathleten zu ungeahnten Hochs verhelfen können. 

Dazu zählen vor allem Kälte-basierte Methoden wie das Eisbad nach Wim Hof oder die Kryotherapie. Ersteres kommt ebenfalls mit einer spezifischen Atemtechnik, die ähnlich strukturiert ist wie Psychedelic Breath.

Darüber hinaus  stellen jedoch auch Methoden wie Kundalini Yoga oder mentales Traininggute Möglichkeiten, den geist zu schulen und das Nervensystem zu beruhigen. Ähnlich wie beim Psychedelic Breath stehen hier wieder einerseits die Atmung und andererseits auch das Abtauchen nach Innen in form von Visualisierung eine zentrale Rolle. 

QUELLEN

[1] Zaccaro, A.; Piarulli, A.; [...]; Gemignani, A. (2018), How Breath-Control Can Change Your Life: A Systematic Review on Psycho-Physiological Correlates of Slow Breathing, frontiers in Human Neuroscience, Volume 12, p. 353,https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6137615/.  

[2] Rhinewine, J. P.; Williams, O. J. (2007), Holotropic Breathwork: the potential role of a prolonged, voluntary hyperventilation procedure as an adjunct to psychotherapy, Journal of Alternative and Complementary Medicine, Volume 13, Issue 7, p. 771-776,https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17931070/.   

[3] Lombardi, G.; Ziemann, E.; Banfi, G. (2017), Whole-Body Cryotherapy in Athletes: From Therapy to Stimulation. An Updated Review of the Literature, frontiers in Physiology, Volume 8, p. 258,https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5411446/.  

[4] Filipovic, A.; Kleinöder, H.; [...]; Mester, J. (212), Electromyostimulation—A Systematic Review of the Effects of Different Electromyostimulation Methods on Selected Strength Parameters in Trained and Elite Athletes, The Journal of Strength and Conditioning Research, Volume 26, Issue 9, p. 2600-2614,https://journals.lww.com/nsca-jscr/fulltext/2012/09000/Electromyostimulation_A_Systematic_Review_of_the.38.aspx.  

[5] Di Corrado, D.; Guarnera, M.; [...]; Coco, M. (2019), Imagery ability of elite level athletes from individual vs. team and contact vs. no-contact sports, PeerJ, published online:https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6535038/.