In diesen Tagen lief der Hollywood-Streifen LUCY in unseren Kinos an - ein Thriller darüber, wozu unser Gehirn in der Lage ist, bzw. wozu es angeblich in der Lage sein könnte, wenn wir es voll nutzen. Der Film ist sicher spannend, doch was darin über das Gehirn behauptet wird, ist neurowissenschaftlich betrachtet ziemlicher Unsinn.

Hat der Film Lucy Recht?

In dem Film implantieren Gangster "ein Päckchen mit etwas sehr Speziellem" in den Bauch von Lucy (Scarlett Johansson), um es so über die Grenze zu schmuggeln. Das Paket platzt und die Droge gerät in Lucys Blutkreislauf. Ihr Gehirnentwickelt daraufhin übermenschliche Fähigkeiten: Lucy kann Objekte nur mit ihren Gedanken bewegen, innerhalb einer Stunde Chinesisch lernen und so einiges mehr. Das alles ist natürlich Hollywood-Fiktion, denn bereits die Grundannahme des Films ist fragwürdig: Zu Beginn des Filmes erklärt nämlich der Neurowissenschaftler Professor Norman, gespielt von Morgan Freeman: "Es heißt, wir Menschen nutzen nur zehn Prozent unserer zerebralen Fähigkeiten. Aber was, wenn es einen Weg gäbe, Zugang zu hundert Prozent zu erlangen? Wozu wären wir dann fähig?"

Nutzen wir nur 10% unserer Gehirnkapazität?

Nun, Professor Norman, wozu wir fähig sind, wenn wir hundert Prozent unseres Gehirns nutzen, kann jeder an sich selbst beobachten, denn jeder von uns nutzt bereits hundert Prozent seiner Hirnkapazität. Außer natürlich man leidet unter einer Hirnschädigung oder einer neurologischen Erkrankung wie Alzheimer. Allein die archaischen Regionen des Gehirns - Stammhirn und Kleinhirn - die u.a. automatische Körperfunktionen wie Atmung und Gleichgewicht steuern, machen schon mehr als zehn Prozent unserer Gehirnaktivität aus - nur für rein lebenserhaltende Funktionen.

Außerdem lehren uns schon grundlegende Prinzipien der Biologie, dass es unmöglich ist, 90 Prozent des Gehirns ungenutzt zu lassen. Ungenutzte Zellen oder Gewebe tendieren nämlich dazu zu verkümmern. Eindrucksvoll sieht man das zum Beispiel an den sofort schrumpfenden Muskeln, wenn eine Gliedmaße im Gipsverband liegt. Genauso würden sich auch ungenutzte Gehirnteile nach kurzer Zeit zurückbilden, was ähnliche Auswirkungen hätte wie beispielsweise ein Schlaganfall. Hier können durch Sauerstoffmangel Teile des Gehirns geschädigt werden, was dramatische Effekte auf normale Gehirnfunktionen haben kann . Würden wir aber 90 Prozent unseres Gehirns durch Nichtgebrauch verlieren, wären wir schlicht nicht mehr überlebensfähig.

100% Hirnaktivität wäre tödlich

Aber vielleicht meinte Professor Norman etwas anderes. Vielleicht wollte er sagen, dass zwar im Prinzip alle Teile des Gehirns arbeiten, zu jedem bestimmten Zeitpunkt aber immer nur 10% der Nervenzellen aktiv sind, also Signale weiterleiten oder "feuern", wie der Neurobiologe sagt. Aber auch diese Interpretation wäre nicht korrekter. Egal mit welcher Methode man die Aktivität des Gehirns misst, es sind immer mehr als 10% der Zellen aktiv - selbst im Schlaf. Und anders herum: Es wäre sehr ungesund, wenn plötzlich hundert Prozent aller Neuronen des Gehirns aktiv wären, denn das würde unweigerlich zu einem tödlichen epileptischen Anfall führen.

Als Fazit bleibt: Genießen Sie den spannenden Thriller, aber nehmen Sie die "neurowissenschaftlichen" Aussagen von Dr. Norman und die entsprechenden Inhalte des Films nicht ernst. Es gibt Drogen, die Halluzinationen hervorrufen, die Psyche verändern, den Wach-/Schlafrhythmus oder das Schmerzempfinden beeinflussen, aber sicher wird es nie welche geben, um Gegenstände zu bewegen oder Chinesisch zu lernen. Und wir alle nutzen hundert Prozent unserer Gehirnkapazität, nur die Effektivität könnte man vielleicht steigern.

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