Lange Zeit galt Multitasking als besonders effiziente und produktive Arbeitsweise, doch diese Ansicht hat sich heute gewandelt. Wenn du also gerade auf dieser Internetseite surfst, nebenbei Radio oder Fernseher läuft und du gleichzeitig dein Smartphone checkst, solltest du damit jetzt aufhören und dich ausschließlich einer Sache widmen. Forscher des University College in London behaupten nämlich: Menschen, die mit mehreren Media-Geräten Multitasking betreiben, haben weniger graue Gehirnsubstanz.

In vielen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass Personen, die häufig mit verschiedenen Medien Multitasking betreiben – also beispielsweise gleichzeitig telefonieren, fernsehen und im Web surfen – schlechter bei kognitiven Testaufgaben abschneiden und häufiger emotionale Auffälligkeiten und Störungen im Sozialverhalten zeigen. Nicht bekannt war aber, ob das auch irgendwelche Spuren im Gehirn hinterlässt.

Multitasking macht dumm?

Erst kürzlich hat ein Forscher herausgefunden, dass es Multitasking überhaupt nicht gibt, denn das menschliche Gehin könne Aufgaben immer nur nacheinander, aber nicht parallel abarbeiten, und jetzt wollen Wissenschaftler des Instituts für kognitive Neurowissenschaften des University College London nachgewiesen haben, dass bei Menschen, die häufig Multitasking betreiben, die graue Substanz in einer Region des Gehirns signifikant schrumpft. Beides spricht nicht gerade für Multitasking und doch wird es weitestgehend als positiv geclaimt. Menschen, die mehrere Sachen gleichzeitig erledigen können, werden in der Regel sehr beneidet, und du selbst wünscht dir sicher auch, die Multitaskinggabe zu besitzen. Wenn Multitasking, deine Gehirnzellen schrumpfen lässt, macht es dann dumm? Was passiert da im Gehirn?

 

Bei Menschen, die Multitasking betreiben, schrumpft die graue Substanz

Die "graue Substanz" von der die Forscher sprechen, wird auch als "Vorderer Gyrus cinguli" bezeichnet. Darunter sind die Schichten des Gehirns, in denen die Nervenzellkörper liegen, zu verstehen. Also die, die für die Verschaltung und Verrechnung der Informationen zuständig sind. Im Gegensatz dazu findet in der “weißen Substanz” nur die Weiterleitung der Informationen statt. Der Gyrus cinguli ist ein Bereich des Großhirns, der unter anderem für viele kognitive Funktionen, Aggressions- und Sozialverhalten wichtig ist. Die Neurowissenschaftler befragten in Ihrer Studie 75 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren, wie oft sie ihre Aufmerksamkeit gleichzeitig zwischen zwei oder mehr verschiedenen Medientechnologien teilten. Wie häufig sie also gleichzeitig fernsehen und im Web surfen oder Nachrichten verschicken. Die Ergebnisse dieses Fragebogens wurden in einem Media-Multitasking-Score eingetragen.


Ursache und Wirkung sind unklar

Dann wurden an den Probanden ein Gehirnscan mit einem bildgebenden Verfahren durchgeführt. Hierbei stellte man fest, dass nur eine Region des Gehirns signifikante Änderungen zeigte, die mit dem Multitasking-Score korrelierten. Je mehr die Probanden Media-Multitasking betrieben, desto geringer war das Volumen an grauer Substanz im vorderen Gyrus cinguli. Alle anderen Gehirnregionen zeigten keine Auffälligkeiten und der Volumenunterschied war auch unabhängig von anderen Eigenschaften der Probanden (wie Alter, Geschlecht etc.). Was Ursache und Wirkung ist, konnte die Studie allerdings nicht klären. Es ist durchaus möglich, dass nicht das Multitasking ein Schrumpfen der grauen Substanz im Gyrus cinguli bewirkt, sondern dass vielmehr eine geringere Menge an grauer Substanz in diesem Gebiet dazu führt, dass die betroffenen Personen eher fürs Multitasking “anfällig” werden. “Es ist noch einiges an Forschung auf diesem Gebiet zu leisten”, sagt einer der Autoren, Kep Kee Loh, “aber Media Multitasking wird heutzutage immer verbreiteter, und es gibt zunehmende Bedenken, welche Folgen das für unsere Kognition und unser soziales und emotionales Wohlergehen hat.”


Was heißt das für dich?

Doch was bedeutet die Erkenntnis der Wissenschaftler nun konkret für dich? Ist Multitasking somit sogar gefährlich und sollte möglichst vermieden werden? In der Tat wurde bereits Alarm geschlagen und Multitasking zumindest als sehr ungesund eingestuft. Resultate aus der Hirnforschung belegen auch, dass maximal zwei Aufgaben gleichzeitig erledigt werden können, die Kunst in der Regel jedoch darin besteht, Aufgaben hintereinander abzuarbeiten und dann schnell zwischen zwei oder mehreren Themen hin und herswitchen zu können. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel: Es gibt sie, die so genannten "Supertasker", die alles gleichzeitig schaffen ohne das die Qualität darunter leidet. Solche "Superhirne" sind allerdings sehr selten und die wenigstens unter uns gehören zu ihnen. Um produktiv zu sein, helfen dir aber auch andere Techniken wie beispielsweise tägliches Gehirnjogging oder aber die Umstellung deiner Ernährung. BRAINEFFECT FOCUS mit B5 beispielsweise gibt deinem Gehirn alternativ alle Mikronährstoffe, die es für lange Konzentrationsphasen benötigt.

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