Konzentrationsstörungen - Was kann man dagegen tun?

In unserem Artikel erfährst Du, wie Du Konzentrationsstörungen effektiv vermeiden kannst und was dabei hilft, die Aufmerksamkeit effektiv zu lenken.

Was stört die Konzentration?

In Schule und Beruf hängen Erfolge unmittelbar von der Fähigkeit zur Konzentration ab. Hier wird besonders deutlich, wie sich störende Faktoren auf die individuelle Leistungsfähigkeit auswirken. Bei einer sachlichen Analyse der Situation lassen sich die Ursachen für vorübergehende Konzentrationsschwächen bis hin zu dauerhaften Lern- und Arbeitsblockaden (Diagnose: „Burnout“) meist schnell benennen und mit gezielten Lösungsstrategien erfolgreich angehen. Dabei spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle, die sich zum Teil gegenseitig bedingen. Deshalb ist es umso wichtiger, nach den wahren Ursachen zu suchen und „Folgereaktionen“ zu erkennen, die zusätzlichen Druck aufbauen und unvermeidlich zu neuen Blockaden führen.

 

Prinzipiell kann zwischen „äußeren“ und „inneren“ Faktoren unterschieden werden: zu den äußeren Faktoren zählen beispielsweise Probleme in der Familie, mit Mitschülern und Kollegen (z.B. Mobbing), Zeitdruck und hohe Erwartungen aus dem Umfeld. Innere Faktoren wie mangelnde Selbstdisziplin, Lustlosigkeit oder Versagensangst sind nicht selten Auslöser und Folgereaktion zugleich, da Stress in der Regel einen weiteren Konzentrationsverlust zur Folge hat, der wiederum zu Ärger und Frustration bei allen Beteiligten führt, wodurch sich der Kreislauf schließt.

 

Äußere Faktoren erkennen und umgehen

Gerade Kinder leiden besonders unter Kritik, weil sie noch stark vom Urteil anderer abhängig sind. Deshalb ist es wichtig, durch positive Bestärkung Neugier zu wecken, anstatt auf eine spontane Einsicht zu hoffen: Nur wer ehrliches Interesse an einer Sache entwickelt, kann die nötige Motivation zum Lernen aufbringen.

 

Vorwürfe wegen nicht oder flüchtig gemachter Hausaufgaben und schlechter Noten bewirken meist genau das Gegenteil: völliges Desinteresse an der Sache. Dagegen können diese Kinder großes Konzentrationsvermögen beweisen, wenn es z.B. um Computerspiele oder Comics geht. Folglich könnte man dem Kind mangelndes Interesse an seinen Pflichten vorwerfen, was allerdings nicht zielführend ist. Vielmehr sollte die natürliche Neugier geweckt werden, um Verpflichtungen nicht als Zwang, sondern als Herausforderung wahrzunehmen.

 

Gleichzeitig muss eine stressfreie Umgebung geschaffen werden, in der Kinder ihre Potenziale frei entfalten können. Dies gilt sowohl für das schulische als auch für das häusliche Umfeld, die ungestörtes, konzentriertes Lernen fördern sollten. Dazu zählen neben gesundem Essen, erholsamem Schlaf und einer bequemen Arbeitsfläche auch ausreichend Bewegung, um das Gehirn mit frischem Sauerstoff zu versorgen. Idealerweise sollten Konzentrations- und Erholungsphasen in ausgewogenem Maße abwechselnd über den Tag verteilt sein.

Konzentrationsschwäche BrainEffect

 

Auch Konflikte mit Familienmitgliedern, Klassenkameraden und Lehrern, die sich negativ auf die emotionale Verfassung des Kindes auswirken, gilt es zu umgehen. Stattdessen sollte erlernt werden, Konfliktsituationen rechtzeitig zu erkennen und die inneren Impulse zu steuern, um Reaktionsmuster zu vermeiden, durch die Konflikte noch verschärft werden.

 

Im Berufsleben sind ähnliche Faktoren erkennbar: Konflikte und Stresssituationen zu Hause und/oder am Arbeitsplatz drücken sich in mangelnder Organisations- und Konzentrationsfähigkeit aus, die wiederum zu Frust und Versagensängsten führen. Auch hier kann durch die bewusste Steuerung der Aufmerksamkeit der negative Kreislauf unterbrochen und die innere Ausgeglichenheit wiederhergestellt werden. Auch wenn es widersinnig erscheint: Indem man die Aufmerksamkeit zunächst auf die störenden Faktoren richtet, gewinnt man die nötige Klarheit, um sich auf andere Dinge zu konzentrieren.

 

Innere Faktoren gezielt angehen

Folgende Verhaltensmuster lassen sich häufig bei Schülern beobachten, die durch Konzentrations- und Leistungsschwächen auffallen:

 

  • Hang zur Ablenkung durch innere und äußere Impulse, was nicht selten zur Reizüberflutung führt.

  • Lustlosigkeit und fehlende Motivation, die sich in einer generellen Abwehrhaltung gegen schulische Themen, Lehrer usw. ausdrücken.

  • Flüchtigkeit, weil den vorgegebenen Aufgaben nicht die nötige Bedeutung beigemessen wird.

  • Stimmungsschwankungen und emotionale Unausgeglichenheit als Folge mangelnder Selbstwahrnehmung.

  • Geringes Selbstvertrauen, woraus Angst vor Blamage und Versagen entsteht. Blockaden, z.B. bei Referaten oder Klassenarbeiten, sind vorprogrammiert.

  • Neigung, die Schuld für die eigenen Leistungsdefizite bei Anderen (Lehrern, Eltern, Geschwistern, Mitschülern) zu suchen, meist als Abwehrmechanismus auf eine Situation, die als ausweglos empfunden wird.

 

Diese „inneren“ Störfaktoren können entweder intuitive Reaktionen auf Ärger und Frust sein oder aus einer allgemein gestörten Selbstwahrnehmung, Selbstliebe oder Fähigkeit zur Selbststeuerung resultieren. Anhand einer genauen Verhaltensanalyse lassen sich die wahren Ursachen für Konzentrationsmangel und die dadurch bedingten Leistungsdefizite ausfindig machen und mit konkreten Lösungsstrategien angehen. So können beispielsweise konzentrations- und wahrnehmungsfördernde Übungen gezielt eingesetzt werden, um das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken und die Selbststeuerung nachhaltig zu verbessern.