Im November lassen sich Männer weltweit einen Schnurrbart wachsen, um auf ein unterschätztes Thema aufmerksam zu machen: Männergesundheit. Hier erfährst du, wie es funktioniert.

 

1. Was ist Movember?

Der Begriff Movember ist ein Kofferwort aus den beiden Wörtern „Moustache“ und „November“. Moustache ist Englisch für Schnurrbart. Der Movember ist also gewissermaßen Männersache: Es geht um das Thema männliche Gesundheit und Prävention.

Die Bewegung wurde 2003 im australischen Adelaide von einer Gruppe junger Männer gegründet. Anfangs war der Movember vor allem in Australien und Neuseeland ein Event. Schon nach wenigen Jahren erkannten jedoch andere Länder seine Relevanz, sodass er zum internationalen Phänomen wurde.

Die wichtigsten Anliegen der Movember Foundation sind dabei Aufklärung und Prävention klassischer Männerkrankheiten. Statistisch gesehen sterben Männer weltweit deutlich früher als Frauen. Der Grund: Bewusst und unbewusst wird Krankheit von vielen Männernmit Schwäche gleichgesetzt, welche wiederum mit einem Mangel an Männlichkeit assoziiert wird.

Daher werden auch Vorsorgeuntersuchungen von Männern tendenziell weniger ernst genommen. Insbesondere die Themen Prostata- und Hodenkrebs, aber auch Depressionen, Überarbeitung oder Selbstmordprävention bekommen in Gesprächen über und zwischen Männer(n) zu wenig Beachtung.

Die Movember-Bewegung hat sich zur Aufgabe gemacht, mehr Bewusstsein für diese wichtigen Themen zu generieren. Teil der Bewegung gibt es dabei immer auch eine Movember Challenge, die Aufmerksamkeit und gleichzeitig auch Spenden generieren soll.

In Australien nahmen die Teilnehmerzahlen und Spendenerlöse seit der ersten Movember Challenge kontinuierlich zu. Wurden 2004, also im ersten Jahr der Durchführung, noch 55.000 $A gespendet, waren es 2005 schon stolze 1,2 Mio!

Bereits 2007 war der Spendenerlös dann schon auf 16,2 Mio. $A gestiegen. Heute ist die Movember Foundation der größte nicht-staatliche Geldgeber auf dem Gebiet Prostatakrebs.

Aus den jungen Gründern mit der witzigen Idee ist unter dem Symbol des Moustache also mittlerweile eine ausgewachsene Wohltätigkeitsorganisation geworden. Ihr Ziel: Die Anzahl der vorzeitig verstorbenen Männer bis 2030 um 25% reduzieren.

BRAINEFFECT HACK: Du willst dich an der guten Sache beteiligen? Wir haben auf www.movember.com ein Spendenkonto für unsere BRAINEFFECT Community eingerichtet. Alle Einnahmen gehen hier zu 100% an die Movember Foundation.

2. Warum einen Schnurrbart im November?

Integraler Bestandteil der Movember Challenge ist, dass die Teilnehmer sich im Schnurrbärte wachsen lassen. Der Moustache ist dabei einerseits ein klassisches Symbol für Männlichkeit und andererseits ein guter optischer Aufhänger, der im weiteren Bekanntenkreis und in den Medien viel Aufmerksamkeit für die Bewegung generieren kann.

Somit ist der Schnubbi mittlerweile weltweit zum Wappenzeichen männlicher Gesundheit geworden. Egal, ob in Deutschland, Australien, UK oder Österreich: Im November sichten wir überall auf der Welt vermehrt Männer mit Schnurrbärten. Frei nach dem Motto: „Grow a Mo, save a Bro“.

Movember

3. Daten und Fakten zur Männergesundheit

In Deutschland leben 41 Millionen Männer. Ihre Lebenserwartung liegt mit rund 78,5 Jahren deutlich niedriger als die von Frauen (83,3 Jahre) [1]. Auf Basis dieser Daten wird männlichen Neugeborenen für das Geburtsjahr 2060 ein durch­schnitt­liches Alter von 86,2 Jahren prognostiziert, weiblichen Neugeborenen hingegen ein durchschnittliches Lebensalter von 89,6 Jahren [2], [3].

Im Vergleich zu Frauen werden Männern auch deutlich weniger Arzneimittel verschrieben. Das manifestiert sich insbesondere im Bereich der Psychopharmaka: Männer bekommen statistisch gesehen in erster Linie Mittel, die auf körperliche Störungen wie etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder des Stoffwechsels wirken [4].

Dabei berichten lediglich 6,3 Prozent der deutschen Männer, dass bei ihnen innerhalb der letzten 12 Monate eine Depression oder eine depressive Verstimmung festgestellt wurde. Mit 8,5 Prozent ist der Anteil der an Depressionen erkrankten Männer in der Gruppe der 45- bis 65-jährigen am größten [5]. Gleichzeitig liegt die Selbstmordrate bei Männern deutlich höher als bei Frauen. [7]

Weiterhin erkranken in Deutschland deutlich mehr Männer als Frauen an Krebs. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen liegt für Männer bei ca. 258.520. Prostatakrebs ist dabei die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Auf ein Jahr gerechnet, geht man von rund 58.780 Neuerkrankungen aus.

Mit ca. 35.960 Neuerkrankungen pro Jahr ist Lungenkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern. Auf Platz Nr. 3 landet schließlich Darmkrebs mit etwa 32.300 Neuerkrankungen [6]. Insbesondere Prostata- und Darmkrebs können bei einer frühen Diagnose sehr gut behandelt werden.

Entsprechend weitreichend ist auch das Ziel der Movember Foundation, mit ihrer Bewegung mehr Männer zur regelmäßigen Vorsorge zu motivieren.

4. Movember Challenge: Move

Move for Movember“ heißt die diesjährige Challenge. Dabei geht es wie der Name schon sagt, in erster Linie um Bewegung. Die Idee: Du läufst, gehst oder walkst über den gesamten Monat hinweg 60 km.

Auf movember.com kannst du dich registrieren und dir die Movember-App herunterladen. Am besten funktioniert die Spendenakquise, wenn du deine Challenge mit deiner Community, deinen Freunden und deiner Familie teilst.

Sprich’ dein Umfeld ruhig aktiv darauf an und bring’ das Thema immer wieder in Gespräche ein. Die Unterstützer des Projektes nennen sich „Mo Bros“ oder „Mo Sisters“.

Somit muss und soll der Movember eigentlich gar nicht unbedingt eine reine Männersache sein. Auch als Frau kannst du dich für männliche Gesundheit engagieren und mit jedem Kilometer Geld sammeln.

Je mehr Teilnehmer es gibt, desto mehr Spenden werden gesammelt. So kann jeder Partizipant einen ganz individuellen messbaren Beitrag leisten. Gleichzeitig verbesserst du mit einer kleinen Ausdauer-Challenge natürlich auch deine eigene Gesundheit.

BRAINEFFECT HACK: Auch wir beteiligen uns an der Spenden Aktion. Werde auch du ein Mo Bro oder eine Mo Sis und spende für den guten Zweck auf das BRAINEFFECT-Team-Konto. (Hier klicken)

5. Fazit

Die Movember Foundation zählt zu den einflussreichsten Akteuren im Zusammenhang mit männlicher Gesundheit. Mit ihrer medienwirksamen Bewegung und den jährlichen Spendenaufrufen sind die ehemals 30 Mo Bros mittlerweile zu einer großen Wohltätigkeitsorganisation herangewachsen.

Im Zentrum der Bewegung steht das Ziel, Aufmerksamkeit und finanzielle Mittel für die Erforschung und Prävention von Männerkrankheiten wie Prostata- und Hodenkrebs zu gewinnen. Aber auch Themen rund um psychische Gesundheit wie etwa Depressionen oder Suizid- und Suchtprävention rücken immer stärker in den Fokus.

Bei der diesjährigen Challenge „Move for Movember“ musst du 60 km laufen und am besten auch deine komplette Community mit ins Boot holen.

Dabei ist es völlig egal, ob du ein Mann oder eine Frau bist: Wir profitieren alle davon, als Gesellschaft gesünder zu werden und Solidarität zu zeigen. Also Laufschuhe an und los geht’s!

6. Quellen

[1] Statistisches Bundesamt, Bevölkerung auf Grundlage des Zensus 2011 nach Geschlecht und Staats­angehörigkeit im Zeitverlauf, https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/liste-zensus-geschlecht-staatsangehoerigkeit.html.
[2] Statistisches Bundesamt, Lebenserwartung in Deutschland, https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/_inhalt.html.
[3] Statistisches Bundesamt (2019), Bevölkerung im Wandel. Annahmen und Ergebnisse der 14. koordi­nierten Bevölkerungsvorausberechnung, Wiesbaden.
[4] Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) (2019), Arzneiverbrauch nach Altersgruppen 2018, Berlin.
[5] Thom, J.; Kuhnert, R.; Born, S.; Hapke, U. (2017), 12-Monats-Prävalenz der selbst berichteten ärztlich diagnostizierten Depression in Deutschland, Journal of Health Monitoring 2017, Volume 2, Issue 3, Berlin.
[6] Robert Koch-Institut, Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (2019), Krebs in Deutschland für 2015/2016, Berlin.
[7] https://gendermedwiki.uni-muenster.de/mediawiki/index.php/Geschlechterunterschiede_bei_Suizid_und_Suizidalit%C3%A4t/Fachartikel