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Während beim ADHS die hyperaktive, d. h. die Bewegungskomponente, überwiegt, entfällt diese beim ADS. Kinder, die am Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom leiden, werden auch als Träumer oder Hans-guck-in-die-Luft bezeichnet. Sie fallen eher durch Zurückgezogenheit auf. Meist sind diese Kinder sehr intelligent und auch außergewöhnlich kreativ. Es sind ungefähr 8 Prozent aller Schulkinder in Deutschland betroffen, so dass in jeder Klasse im Durchschnitt ein bis zwei Kinder mit ADS oder ADHS sitzen.
Beim ADS entfallen der überzogene Bewegungsdrang, das Mittelpunktstreben, das Chef-sein-Wollen, die Aggressivität oder der Redeschwall, welche ADHS Kindern eigen sind.
Kinder mit ADS sind unaufmerksam und lassen sich leicht ablenken, sie fangen immer neue Dinge an, bringen aber nichts zu Ende. Sie wirken verträumt, schauen löcher in die Luft oder zum Fenster hinaus. In der Schule denken die Lehrer, dass diese Kinder gar nicht zugehört hätten. Häufig wissen sie dennoch die Grundlagen, um die es ging. Fragt man sie allerdings nach Details, können diese untergegangen sein, weil sich die ADS Kinder schon wieder auf etwas anderes konzentriert haben.
Kinder, die unter der Aufmerksamkeits-Defizit-Störung leiden, sind vergesslich. Sie haben ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis, vergessen schnell und dabei besonders ganz alltägliche Aufgaben oder Sachverhalte. Es kann vorkommen, dass sie mitten in einer Tätigkeit abgelenkt werden und dann ganz vergessen, dass sie diese Tätigkeit fertigstellen wollten. Das kann z. B. beim Abwaschen passieren, wenn es an der Tür klingelt. Geht das betroffene Kind nach dem Öffnen der Tür in sein Zimmer, so bleibt der Abwasch manchmal bis zur nächsten Mahlzeit unentdeckt in der Spüle.
Betroffene Kinder, die an ADS erkrankt sind, haben große Probleme dabei, sich selbst zu organisieren. Sie verlieren rasch den Überblick. Wenn sie sich etwas vornehmen, dann meist viel zu viel, weil sie die Zeit nicht abschätzen können. Sie verzetteln sich und schaffen die vorgenommenen Aufgaben nie. Aus dieser Situation lernen sie aber auch nicht, sondern machen den Fehler jedes Mal wieder. ADS Kinder wirken zerstreut, häufig wie ein zerstreuter Professor, da sie ja über einen hohen IQ verfügen, aber Flüchtigkeitsfehler provozieren. Sie arbeiten chaotisch und ihr Arbeitsplatz ist unaufgeräumt. Im Kinderzimmer herrscht stets Unordnung, weil sie viele Dinge gleichzeitig anfangen. Struktur und Ordnung sind problematisch für ADS Kinder. Das wirkt sich auch auf Ihr Arbeitsverhalten aus, welches schlecht koordiniert ist.
Obwohl die Betroffenen Regeln und einen gut organisierten Tagesablauf benötigen, fällt es ihnen schwer, die Vorgaben und Regeln einzuhalten. Häufig wollen diese Kinder ihren Willen durchsetzen. Andererseits fehlt ihnen jedoch Selbstwertgefühl, sie haben Minderwertigkeitskomplexe. Ihre Stimmungslage schwankt stark und kann insgesamt als labil eingeschätzt werden. So sind sie schnell tieftraurig oder gereizt, können aber im Gegensatz dazu Enttäuschungen in den meisten Fällen recht leicht wegstecken, wenn sie sich nicht persönlich angegriffen fühlen.
Weil sich nicht nur aggressive Kinder, sondern auch Träumer, schlecht in Gruppen integrieren lassen, werden sie rasch abgestempelt und dadurch zum Außenseiter. Es fällt ADS Kindern aber auch sehr schwer, sich selbst einzuschätzen und zu reflektieren. Ebenfalls wissen sie die Gefühle und Stimmungen der anderen nicht gut zu beurteilen und können dadurch nur schwer damit umgehen.
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- Dr. Gunther Karsten, Gedächtnis-Weltmeister und Biochemiker
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